Was Gruppentherapie leisten kann, was Einzelgespräche nicht leisten
Dr. med. Henrike Lösch-Hünerjäger · Juni 2026
Der geschützte Rahmen einer Gruppe ermöglicht Erfahrungen, die im Einzelsetting kaum entstehen können: das Gefühl, mit einem Thema nicht allein zu sein. Diese Erkenntnis hat eine heilsame Wirkung, die über das Intellektuelle hinausgeht – sie wird spürbar, wenn andere Menschen dasselbe erzählen.
In der Gruppe erleben Teilnehmende unmittelbar, wie andere auf ihre Geschichte reagieren – oft mit Verständnis statt der befürchteten Ablehnung. Das verändert das Verhältnis zu den eigenen Themen spürbar. Was im Stillen als „Besonderheit“ oder „Schwachstelle“ wahrgenommen wurde, wird plötzlich zu etwas Geteiltem.
Gleichzeitig bietet die Gruppe Raum, um im geschützten Rahmen soziale Muster auszuprobieren und Feedback zu erhalten, das im Alltag selten so offen gegeben wird. Das macht Gruppentherapie zu einer einzigartigen Ergänzung – oder in manchen Fällen sogar zur wirksameren Alternative – gegenüber dem Einzelgespräch.
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